Was war das 2019 für ein Jahr: Mit der Eröffnung des Freiruums erlebte unser gesamtes Team eine intensive und lehrreiche Zeit. Vor allem aber viele schöne und emotionale Momente. Wir sind stolz darauf, wie sich der Freiruum entwickelt hat und sind gespannt was noch alles kommen mag.

Als Adriana auf uns zukam und uns mitteilte, dass sie in Bezug auf Ihr Studium an der Hochschule Luzern eine Reportage über den Freiruum und die Menschen, die uns besuchen machen möchten, haben wir sofort zugestimmt. Sie hat die Begegnungszone Freiruum perfekt erfasst und zu Papier gebracht, was unsere Idee für diesen speziellen Ort war. Aber lese am besten selbst:

Vo de Mänsche im Freiruum – von Adriana Moos

Der Freiruum in Mitten der Stadt Zug wurde zu einem beliebten Treffpunkt. Doch nicht die lecker duftenden Essensstände, die spassigen Trampoline oder die bequemen Sitzgelegenheiten machen den Freiruum einzigartig: Es sind die Menschen, die sich zwischen der urbanen Einrichtung bewegen.

Morgens ist der Freiruum noch ruhig und nur das Schnurren der Kaffeemaschinen drüben bei der hauseigenen Rösterei sowie die leise akustische Hintergrundmusik aus den Vintage Lautsprechern sind hörbar. Genau dann begibt sich auch Natalia (30 J.) in den Freiruum. Sie ist fleissig, vertieft sich in ihren Laptop und lässt den frischen Latte Macchiato kalt werden. Die ursprüngliche Spanierin nimmt sich gerne etwas Zeit für sich, die sie dann effizient im Freiruum verbringt. Sie schätzt die angenehme Atmosphäre und meint «It’s a very big place for a Swiss place!»

Nicht nur Natalia und andere Frauen und Männer sowie Studenten im Working Space sind fleissig, sondern auch Melanie (20 J.) an der Mainstation Bar in der Mitte des Freiruums ist tüchtig. Sie räumt die Bar auf und trocknet die Cocktailgläser von den Festlichkeiten am Vorabend. Die offene Barfrau im schlichten schwarzen Tshirt mag das Unkomplizierte und das Mitgestalten vom Freiruum. «Ich schaffe am Träffpunkt vo Zug!» sagt sie stolz und blickt rasch rüber zu Kolins Kitchen, wo gerade etwas gescheppert hat…

Marco (25 J.) hat bereits 7 Jahre Erfahrung bei EVZ Gastro und schwingt gerade locker das Frittiersieb. Im schwarz-rot-karierte Arbeitshemd wirkt er selbstsicher hinter dem Tresen und verkündet in positiver Stimmung über seinen Arbeitsort: «S’Ambiente isch nice!». Deswegen kommt er auch gerne ausserhalb seiner Schichten in den Freiruum. Nun arbeitet er geschickt weiter, damit er und sein Team rechtzeitig ready sind für den Mittagsansturm.

Pünktlich zur Mittagszeit erfüllen verschiedene leckere Düfte die Halle und die Geschäftsleute strömen durch die drei Eingänge in den Freiruum. Wegen dem scheppernden Geschirr ist die Hintergrundmusik kaum noch hörbar, dafür um so mehr Lachen und Schwatzen der angekommenen Gäste. In ihrer Mittagspause können jeder die Mahlzeit auswählen, die sie gerade gluschtet. Zwischen den vielen Menschen an den Tischen sitzt auch ein Ehepaar, das sich für das Mittagessen verabredet hat. Philipp (55 J.) und Priska (53 J.) bedienten sich am Stand cucina e pasta und bestaunen während dem Essen die Räumlichkeit. Sie sind zum ersten Mal hier und schwärmen: «S esch eifach andersch wie normalerwis!». Von ihrem Tisch können sie das Angebot der Vinothek sehen, was definitiv ein Grund sein wird, für ein Wine Tasting nochmals wieder zu kommen.

Nach etwa einer Stunde gehen die Anzugtragenden wieder an die Arbeit. Doch der Freiruum wird nicht leer, denn bereits die ersten Familien sind angekommen. Die Kinder rennen in den Socken zwischen dem Tisch, an dem ihre Mutter mit dem Trinken sitzt, und der grossen Boulderhalle hin und her. Sie amüsieren sich prächtig, aber auch die Mütter fühlen sich wohl. Katharina (32 J.) und Sabrina (33 J.) sitzen in der Public Viewing Zone und lassen ihre beiden Schützlinge auf dem Boden herumtoben. «Mer fühlt sich trotz de Grössi ned verlore!» sagt Sabrina und schmunzelt verschmitzt zu ihrer Tochter, welche gerade Mami’s Tasche ausräumt.

Wenn es dann gegen den Abend geht und sich die Familien auf den Weg nach Hause gemacht haben, füllt sich der Raum wieder mit Gästen, doch wer ist es diesmal? Es sind Gruppen von Freunden, die sich gemeinsam ein leckeres Abendessen und/oder ein Bierchen von der 14 Meter langen Bierbar Hopf 22 genehmigen. Die Halle wird dank der charmanten Beleuchtung in einen warmen Ton getaucht und der Musikstil wurde zu Lounge gewechselt. Wie der Geschäftsführer Markus mitteilte, amüsieren sich an einem Samstagabend bis zu 700 Besucher gleichzeitig im Freiruum. Auch die Clique aus Christian (23 J.), Philipp (25 J.), Lukas (25 J.) und Marina (26 J.) haben sich Biere ergattert und sogar einen Teller Momos von dem Stand Tenz. Sie geniessen die angenehme Lautstärke und die Einrichtung mit den vielen Pflanzen. «S’isch wie ne Treffpunkt dusse eifach dinne!» meint Philipp überzeugt, als gerade eine junge, lokale Sängerin auf die Bühne steigt. Sie gibt ein paar Covers mit samt ihrer Gitarre, Keyboard sowie ihrer Ukulele zum Besten und gewinnt das Publikum für sich.

An einen Tisch sitzt diese Clique, am Anderen ein älteres Ehepaar und weiterhinten noch zwei Familien mit ihren Kindern in der Chill Zone. Im Freiruum fühlt sich jeder wohl egal in welchem Alter, mit welcher Portemonnaiegrösse und mit welchem Essensgeschmack.